Hautnah an der fliegerischen Praxis

Die Erfolgsgeschichte von Becker Avionics beginnt 1956. Am Rande des Flugplatzes von Baden-Baden, im Südwesten der jungen Bundesrepublik wird die Becker Flugfunk GmbH durch eine jener legendären Unternehmerpersönlichkeiten aus der Taufe gehoben, die das Nachkriegsdeutschland nachhaltig geprägt haben. Der Firmengründer Max Egon Becker gehört mit Max Grundig, Helmut Horten und Josef Neckermann zu den Pionieren des deutschen Wirtschaftswunders in den 50er und 60er Jahren. Seine Leidenschaft für die Fliegerei und sein Gespür für revolutionäre technische Lösungen dominieren die Unternehmenskultur von Anfang an. Immer hautnah mit der fliegerischen Praxis verbunden, schreibt das junge Unternehmen Technikgeschichte. Kompakte Bauformen, energiesparende Elektronik durch den Einsatz von Halbleitern und große Robustheit kennzeichnen die Produkte unter dem blauen Becker-Emblem.

Der Stab wird weitergereicht

Schon in frühen Jahren begeistert Max-Egon, wie ihn sein Team anerkennend nennt, auch seinen Sohn Roland für die Fliegerei. Mit 17 Jahren erhält Roland Becker eine Privatpilotenlizenz vom schweizerischen Luftamt. Anfang der siebziger Jahre erwirbt er neben seinem Wirtschaftsstudium eine Berechtigung zum Instrumentenflug und eine Fluglizenz für zweimotorige Flugzeuge. Nach Abschluss des Studiums und einem Auslandsaufenthalt in Lateinamerika beginnt er seine Tätigkeit in der Leitung von Becker Flugfunk.

Bald ist Roland Becker mit den Besonderheiten des europäischen Luftfahrtgeschäfts konfrontiert. US-Flugzeuge bestückt mit amerikanischer Avionik dominierten den deutschen und europäischen Markt. Trotz dieses ungleichen Wettbewerbs gelingt es Roland Becker "Reims Aviation" in Frankreich, wo in dieser Zeit Cessna Flugzeuge in Lizenz hergestellt werden, als Kunde für eine neu entwickelten Produktlinie 2000 zu gewinnen. Zusätzlich werden militärische Funkgeräte amerikanischen Ursprungs in Lizenz gefertigt. So kann sich das Unternehmen über Wasser halten. Einige Jahre später gelingt der Durchbruch bei "MBB", als der Hub- schrauber BO 105 mit Becker Geräten bestückt wird. In dieser Zeit entsteht mit Airbus und Eurocopter die europäische Flugzeugindustrie. Es kommt zum Zusammenschluss der ehemaligen französischen Wettbewerber. Mit "Sextant", heute "Thales", entwickelt sich ein starker Wettbewerber.

1981 verstirbt Max-Egon Becker überraschend mit 63 Jahren. Außer Roland Becker sind die Erben des Familienunternehmens nicht an einer Fortführung interessiert. Er übernimmt daher sämtliche Anteile an der Gesellschaft. Es beginnt eine schwierige Zeit der internen Reorganisation, der Identifikation neuer Produkte und zusätzlicher Märkte.

Mittelständisches Unternehmen global aufgestellt

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Becker Avionics International mit Niederlassungen, Repräsentanzen, Kompetenzzentren und einem eng geknüpften Händlernetz auf allen wichtigen Luftfahrtmärkten präsent und hat sich doch die für ein mittelständisches Unternehmen typische Flexibilität und Innovationsfähigkeit bewahrt. Das Produktportfolio wurde weit über die Kleinfliegerei hinaus erweitert. Das Unternehmen hat sich zu einem Marktführer im Bereich der Interkommunikationssysteme für Hubschrauber und Flächenflugzeuge entwickelt. Es setzt Benchmarks auf dem kontinuierlich wachsenden Retrofit-Markt und hat sich als starker und zuverlässiger Partner der Luftfahrtindustrie profiliert, wenn es um spezielle Systementwicklungen und langfristige Kooperationen geht. Becker Entwicklungsteams bieten eine breite Palette maßgeschneiderter Systemlösungen in den Bereichen Antennen- und Empfangstechnik (von 100 Hertz bis in den Gigahertzbereich), Navigation, Peilung, Sensortechnik, digitaler Kommunikation, Signalverarbeitung und Softwareentwicklung.